
Achtung: Neue EU‑Pflichten für KI‑Bilder – falsche Kennzeichnung kann teuer werden
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Selbstständige und Online‑Marketer,
ich bin Fotografin, arbeite im Onlinemarketing und bin selbständig unterwegs – genau wie viele von euch. Deshalb schreibe ich das hier ganz offen und direkt: Ab dem 2. August 2026 gelten neue EU-Regeln (Artikel 50 des AI Acts). Wer KI-generierte oder KI-manipulierte Bilder öffentlich nutzt, muss in bestimmten Fällen klar und sichtbar kennzeichnen, dass sie künstlich erzeugt wurden. Sonst kann es teuer werden – bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes.
Viele von uns nutzen seit Jahren KI-Bilder für Social Media, Websites, Ads, Newsletter und Präsentationen. Das spart Zeit und Geld. Aber ab jetzt reicht „sieht gut aus“ nicht mehr aus. Besonders fotorealistische Bilder von Personen, Produkten oder Szenen können als Deepfake gelten und müssen gekennzeichnet werden.
Was genau ist neu?
Als Betreiber (also wir, die die Bilder veröffentlichen) müssen wir bei Deepfakes offenlegen: „Dieses Bild wurde mit KI erstellt / künstlich erzeugt oder manipuliert.“
Ein Deepfake ist ein KI-Bild (oder Video/Audio), das realen Personen, Objekten, Orten oder Ereignissen ähnelt und dem Betrachter fälschlicherweise echt vorkommen könnte. Stilisierte Illustrationen, Cartoon-Style oder offensichtlich künstlerische Werke sind meist unproblematisch. Fotorealistische Produktfotos, die das Produkt besser aussehen lassen als in echt, oder realistische Personenbilder können dagegen schnell in den Kennzeichnungspflicht-Bereich rutschen.
Die Kennzeichnung muss:
- klar und eindeutig sein,
- sofort sichtbar (nicht versteckt im Impressum),
- spätestens bei der ersten Wahrnehmung erfolgen.
Private Posts auf dem eigenen Profil sind ausgenommen. Sobald es beruflich oder öffentlich ist (Website, LinkedIn, Instagram Business, Ads etc.), greifen die Regeln.
Was bedeutet das konkret für uns Selbstständige und Online-Marketing?
- Prüft eure bestehenden und neuen KI-Bilder.
- Bei fotorealistischen Inhalten: Kennzeichnen.
- Bei stilisierten Icons und Grafiken: meist unproblematisch.
- Die Anbieter der KI-Tools müssen zusätzlich maschinenlesbare Markierungen einbauen (Übergangsfrist bis 2. Dezember 2026 für ältere Systeme).
Wer das ignoriert, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch Abmahnungen nach dem UWG (unlauterer Wettbewerb).
Meine persönliche Empfehlung
Ich kennzeichne ab sofort jedes fotorealistische KI-Bild klar und transparent. Das schafft Vertrauen und schützt mich und euch. Transparenz ist in unserer Branche eh ein Pluspunkt.
Kostenfreie lizenzfreie Icons für euch
Falls ihr gute, lizenzfreie Icons braucht: Schreibt mir einfach eine kurze Nachricht. Ich sende euch kostenfrei einen Link zu einem Download mit einer Auswahl an Icons, die ihr kommerziell nutzen dürft.
Bleibt wachsam, prüft eure Inhalte und lasst uns gemeinsam sauber und rechtssicher arbeiten. Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Eure [dein Name] Fotografin | Onlinemarketing | Selbständig
Wie KI meine tägliche Arbeit als Fotografin verändert hat
In meinem Arbeitsalltag erstelle ich sehr viele Anwendungsbilder für Produkte. Viele davon lassen sich in unserem eigenen Umfeld gar nicht real fotografieren – die passende Location, das passende Setting oder die gewünschte Szene sind einfach nicht vor Ort vorhanden. Genau hier kommt KI ins Spiel: Mit gut fotografierten Referenzbildern und durchdachten Prompts kann ich realistische Produktpräsentationen erzeugen und diese Look-and-Feel-Welt auf weitere Produkte übertragen.
Auch die Überarbeitung älterer Produktbilder funktioniert so sehr effizient. Aus einem soliden, gut belichteten Referenzfoto entstehen neue Varianten, die optisch konsistent bleiben und gleichzeitig neue Einsatzmöglichkeiten zeigen.
Dabei hat sich meine Arbeitsweise als Fotografin grundlegend verändert – aber nicht so, wie viele es vielleicht erwarten. Gute Fotografie ist keineswegs überflüssig geworden. Im Gegenteil: Ohne hochwertige Referenzbilder lassen sich keine überzeugenden KI-Ergebnisse erzeugen. Die Qualität des Ausgangsmaterials entscheidet maßgeblich darüber, wie realistisch und markenkonform das Endergebnis wird. Licht, Perspektive, Materialität und Detailtreue müssen weiterhin stimmen – nur der Ort der „Aufnahme“ hat sich verschoben.
Viele Kolleginnen und Kollegen aus der Produktfotografie berichten aktuell Ähnliches: KI ist ein mächtiges Werkzeug für Skalierung und neue Bildwelten, ersetzt aber nicht das fotografische Handwerk. Sie beschleunigt Prozesse und macht Szenen möglich, die früher aufwendig und teuer produziert werden mussten. Gleichzeitig bleibt die menschliche Entscheidung – welche Referenz, welcher Look, welche Korrektur – entscheidend für ein professionelles Ergebnis.
Auf die Frage, welche KI-Tools ich verwende, antworte ich bewusst zurückhaltend: Die Entwicklung in diesem Bereich ist so rasant, dass eine Aufzählung von heute schon morgen überholt sein kann. Entscheidend ist nicht das einzelne Tool, sondern der Workflow: gute Referenzen, klare Vorgaben und die Fähigkeit, Ergebnisse kritisch zu beurteilen und nachzubearbeiten.
Für mich bedeutet das: Fotografie und KI ergänzen sich. Die Kamera bleibt wichtig – und die Verantwortung für ein ehrliches, qualitativ hochwertiges Bild auch.
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